Regler-Modifikation

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Hallo Gemeinde,
für die Moto war eine neue Batterie fällig, da habe ich mich - zeitgemäß- für eine Gel-Batterie entschieden. Habe auch im Internet bei www.accu24.de eine passende Gel-Batterie gefunden.
Lieferung war problemlos und schnell. Die Batterie macht einen qualitativ guten Eindruck, ist etwas schwerer als eine normale Batterie und hatte bei Lieferung 12,8V. Bei einer Testfahrt mit Spannungsmesser musste ich feststellen, dass an der Batterie 15,0 bis 15,3 Volt anliegen. Das macht keine Batterie, ob Normal oder Gel, lange mit. Das Thema mit der Überladung bzw. Überspannung ist ja bekannt und schon öfter diskutiert worden.
Auf der Suche nach einem neuen Spannungsregler bin ich auf die Firma www.motoradtechnik-muenchen.de, gestoßen. Der Spezialist mit langjähriger Erfahrung hat mir dann zu einem neuen Spannungsregler vom Typ SH650A-12, geraten. Der Spannungsregler hat die gleiche Größe und das gleiche Lochmaß wie der Alte (SH532B-12). Zum Regler gibt es einen Kabelbaum dazu, der per Stecker mit dem Regler verbunden wird. Es gibt verschiedene Kabelbäume zur Auswahl; z.B. für BMW F650, etc. Der Neu-Preis dafür € 130,00. Für die Moto habe ich einen Kabelbaum ohne weitere Anschlüsse (Stecker) gewählt. Ich habe die an der Moto vorhandenen Stecker abgeschnitten und die Adern zusammengelötet. Während der erneuten Testfahrt (100 kM) war dann zu messen:
- 13,8 Volt bei eingeschaltetem Licht
- 14,3 Volt bei ausgeschaltetem Licht
Damit dürfte es keine Problem durch Überladen der Batterie mehr geben.
ein paar Tage später...

Was ich noch sagen sollte - die Verschaltung des neuen Spannungsreglers SH650A-12 ist etwas verändert und funktioniert auch beim eingebauten Spannungsregler SH532B-12.
Ich habe hierzu auch einen Schaltplan mit entsprechenden Eintragungen. Die Grafiken können mit Klick aufs Mini-Bild runtergeladen werden:

Der Spannungsregler hat, außer
- den 3 Leitungen vom Generator
- und dem Masseanschluß
noch zwei Leitungen. In der Leitung Ar/R (Aderfarben laut Schaltplan im Handbuch, Bezeichnung klein a laut revidiertem Schaltplan) fließt der Strom zur Batterie und zu den Verbrauchern.
Die Leitung V/Ar (klein b im rev. Schaltplan) ist einmal die "Einschaltleitung" für den Regler, d.h. hier erhält der Regler über das Zündschloß 12V+, damit er in Betrieb geht. Zum Anderen ist es die Referenz- oder Messleitung, d.h. hierüber merkt der Regler, ob Verbraucher eingeschaltet sind und regelt die Spannung. Deshalb auch das scheinbar merkwürdige Verhalten, dass die Batteriespannung sich bei laufendem Motor und eingeschaltetem Licht erhöht und nicht, wie man vermuten könnte, durch die Belastung kleiner wird.
Bei der geänderten Schaltung wird nun die Referenzleitung zu den Verbrauchern unterbrochen und direkt mit der Leitung a verbunden. D.h. der Regler ist dauernd in Betrieb und misst jetzt direkt die Batteriespannung.
Das Ergebnis, die Spannung an der Batterie beträgt während der Fahrt und eingeschaltetem Licht ca. konstant 13,8 Volt und im Leerlauf ca. 14.2 Volt.
Wer jetzt bedenken hat, das der Regler, der nun ständig in Betrieb ist, die Batterie leersaugt, sei beruhigt. Der eingebaute Regler SH532B-12 zieht 0,4mA Strom, also 0,0004A, oder hat einen Verbrauch von 0,0004AH. Bei der eingebauten Batterie mit theoretisch 12 AH würde es 30.000 Stunden, bzw. 1250 Tage dauern, bis die Batterie leer ist.
Bei dem neuen Regler SH650A-12 ist der Verbrauch nochmal um den Faktor 1000 geringer.

Der scheinbar defekte Spannungsregler aus der Moto funktioniert in meiner BMW F650 (hier ist der gleiche Regler verbaut) übrigens einwandfrei.
Warum hatte die Batterie in der Moto dann während der Fahrt 15,0 bis 15,3 Volt?
Die eine Möglichkeit ist, dass der Regler über die Referenzleitung falsch gemessen hat.
Wenn mit einem Spannungsmesser zwischen der Ladeleitung und der Referenzleitung gemessen wird, stellt man (bei laufendem Motor und eingeschaltetem Licht) einen geringen Spannungsunterschied (ca. 0,6 V) fest, obwohl doch beide Leitungen auf 12V+ liegen.
Das Geheimnis - aus dem Spannungsregler über die Ladeleitung fließt der Strom der Verbraucher zum Zündschloß und zurück zu den Sicherungen. Und hier misst der Regler die Referenzspannung. Da die Kupferleitung, die Steckverbinder und das Zündschloß einen Widerstand haben, entsteht ein Spannungsabfall, den der Regler über die Referenzleitung erfasst. Ist der Widerstand auf Grund schlechter Kontakte zu hoch, reagiert der Regler zu stark und bringt eine zu hohe Spannung.
Lösung: Bei zu hoher Ladespannung zwischen den beiden Leitungen die Spannung messen, dann Kontakte an den Steckern reinigen. Das Zündschloß würde ich nicht zerlegen. Dann wieder messen, ob ein Unterschied festzustellen ist. Sollte das nicht helfen, empfehle ich die veränderte Schaltung.
Die andere mögliche Fehlerursache könnte sein,dass der Regler durch die ungünstige Einbausituation in der Moto zu heiß werden kann und dann nicht mehr richtig funktioniert. Bei der BMW sitzt der Regler unter dem Sattel und wird von der Luft umströmt; an der Moto ist er seitlich eingebaut und bekommt wenig Luft. Aber das ist nur eine Vermutung.
An der Moto ist jetzt der neue Regler SH650B-12, und an der BMW der alte Regler SH532B-12 von der Moto eingebaut. An beiden ist die Referenzleitung mit der Ladeleitung kurzgeschlossen, da Gel-Batterien eingebaut sind. Nach 200 kM Fahrt keine Probleme, Die Spannung an den Batterien liegt bei 13,8 bis 14,2 Volt.

Wir werden sehen...
Wieland

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